Projekte:
Abwesenheitsnotizen (mit Karen Weinert), seit 2004

"Räume sind nicht, Räume werden ge- macht." (Hans Dietrich Schultz, Histori- ker)

Die Fotografien des Langzeitprojektes "Ab- wesenheitsnotizen" zeigen museale Gedächt- nisstätten von bekannten Persönlichkei- ten, wie beispielsweise von Martin Luther, Albert Einstein oder Annette von Droste-Hülshoff, die in der heutigen Zeit jeder- mann zugänglich als Museen fungieren.

Die Orte präsentieren in erster Linie die damalige Wohneinrichtung ihrer heute be- rühmten Bewohner - im Original, oder, wenn das nicht mehr möglich ist, mit de- tailgetreuen Rekonstruktionen, zumindest aber mit der Zeitepoche und dem gesell- schaftlichen Status entsprechendem Interi- eur. Die Fotografien zeigen Ansichten dieser Wohnräume, jedoch im komplett aus- geräumten Zustand, frei von beweglichen Gegenständen und Mobiliar.

Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt? - Wenn kein Möbel, keine persönlichen Gegen- stände oder gar frische Schnittblumen auf dem Tisch suggerieren, dass der Hausherr noch eben im Zimmer gewesen sein könnte? Der Blick wird freigegeben auf Elemente aus heutiger Zeit: auf Heizkörper, Sicher- heitssysteme, Steckdosen, Hinweisschilder und unsere Trittspuren auf dem Fußboden.

Mit dem Ausräumen der ehemaligen Arbeits- und Lebensräume wird eine Leere insze- niert, welche den Blick des Betrachters auf die sichtbar werdenden "Unbestimmt- heitsstellen" lenkt, und hierüber die Frage nach Verlust und Beständigkeit an die heutige (Nach-)Welt erhebt.


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